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Luftfahrt in Brasilien

Vom 17.05.2026 bis zum 22.05.2026 führt AHP International im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) eine Geschäftsanbahnungsreise nach Brasilien durch. Es handelt sich dabei um eine projektbezogene Fördermaßnahme im Rahmen des Markterschließungsprogramms für KMU. Zielgruppe sind vorwiegend kleine und mittlere deutsche Unternehmen.

Zielmarkt und -branche
Brasilien ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands in Südamerika, Deutschland wiederum der wichtigste Partner für Brasilien in Europa. Brasilien ist in Lateinamerika der führende Standort für die Luftfahrt. Herzstück der zivilen Luftfahrt ist Embraer, der weltweit drittgrößte Flugzeughersteller und dominiert den Weltmarkt für Regionaljets. Daneben gibt es große Fluggesellschaften wie LATAM Airlines Brasil, Gol oder Azul. Die zivile Luftfahrt in Brasilien verbucht 2025 ihr historisch erfolgreichstes Jahr mit über 125 Millionen beförderten Passagieren. Öffentliche Investitionen von rund 800 Mio. Euro in die Modernisierung von 16 Flughäfen im ganzen Land wurden kürzlich angekündigt, um mit der Entwicklung schrittzuhalten. Gleichzeitig besteht ein enormer Bedarf an Lösungen zur Dekarbonisierung der Industrie. Der Sektor unterstützt die wachsende Wirtschaft des Landes, die Agrarindustrie und die private Luftfahrt. Brasilien belegt bereits weltweit den zweiten Platz bei Geschäftsreiseflugzeugen mit insgesamt über 10.285 Einheiten. Rund um den Hauptsitz in São José dos Campos hat sich ein dichtes industrielles und technologisches Cluster aus mehr als einhundert Zulieferern, Forschungseinrichtungen und Start-ups gebildet. Auch im Bereich der Hubschrauberproduktion ist Brasilien stark vertreten. Im Jahr 2024 wuchs die Luftfahrtflotte Brasiliens um 5,75 %. Die Flotte stieg von 10.053 auf 10.632 Exemplare, wobei besonders die Anzahl an Turboprops (+17 %), Jets (+15 %), Turbinenhubschraubern (+8 %), Kolbenflugzeugen (+2 %) und Kolbenhubschraubern (+1 %) zunahm.

Ein wichtiger Aspekt der aktuellen Reformdynamik ist die stärkere Einbindung von Start-ups und kleineren Technologieanbietern in Lieferketten, die bisher stark von großen Konzernen geprägt waren. Ein neuer Trend sind außerdem Codeshare-Vereinbarungen mit internationalen Fluggesellschaften zur Erweiterung des Flugnetzes. Die Anpassung des rechtlichen Rahmens soll zudem den Zugang für ausländische Investitionen erleichtern.

Chancen für deutsche Unternehmen

In der brasilianischen Luftverkehrswirtschaft besteht ein hoher Bedarf an modernen Regionalflugzeugen, Hubschraubern und innovativen Mobilitätslösungen. Hier können deutsche Firmen insbesondere im Zuliefergeschäft, bei Antriebstechnologien sowie in der Digitalisierung von Produktions- und

Wartungsprozessen ansetzen, u.a. bei Unternehmen wie Helibras oder Petrobras. Das Potenzial im Bereich nachhaltiger Technologien ist aufgrund der Führungsambitionen Brasiliens in der grünen Luftfahrt gemäß der Agenda 2025-2027 der brasilianischen Agentur für zivile Luftfahrt groß. Dabei ist das Land auf internationale Partnerschaften angewiesen.

Insbesondere bezüglich Wasserstoffantrieben, Elektroflugzeugen und klimafreundlichen Materialien ist die Nachfrage hoch. Wichtige AkteurInnen, darunter Embraer, investieren in die SAF-Entwicklung, insbesondere basierend auf Alkohol. Qualitätsmanagementsysteme und Zertifizierungen werden benötigt, um internationale Qualitätsstandards wie AS9100 einhalten zu können. Außerdem werden Technologien und Dienstleistungen in den Segmenten Fertigungskompetenz und Prototypenentwicklung gesucht. Das stetige Wachstum des Passagieraufkommens macht fortgeschrittenere Lösungen rund um die Abfertigung und das Datenmanagement unverzichtbar. Das Qualitätssiegel „Made in Germany“ genießt in Brasilien für Technologie höchstes Ansehen. Im Bereich Luftfahrt importiert Brasilien nur aus den Vereinigten Staaten, Frankreich und Portugal mehr.

Kosten und Teilnahmebedingungen
Das Projekt ist Bestandteil des Markterschließungsprogramms für KMU und unterliegt den De-Minimis-Regelungen. Der Eigenanteil der Unternehmen für die Teilnahme am Projekt beträgt in Abhängigkeit von der Größe des Unternehmens:

  • 250 EUR (netto) für Unternehmen mit weniger als
  • 2 Mio. EUR Jahresumsatz und weniger als 10 Mitarbeitenden, 850 EUR (netto) für Unternehmen mit weniger als
  • 150 Mio. EUR Jahresumsatz und weniger als 750 Mitarbeitenden,
  • 1.500 EUR (netto) für Unternehmen ab 150 Mio. EUR Jahresumsatz oder ab 750 Mitarbeitenden.

Individuelle Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten werden von den Teilnehmenden selbst getragen.

Für alle Teilnehmenden werden die individuellen Beratungsleistungen in Anwendung der De-Minimis-Verordnung der EU bescheinigt. Teilnehmen können maximal 12 Unternehmen. Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt, wobei KMU Vorrang vor Großunternehmen haben.

Vorteile einer Teilnahme

  • Internationale Geschäftsentwicklung als offizielle deutsche Delegation, Sondierung und erste Kontaktanbahnung mit GeschäftspartnerInnen vor Ort
  • Delegationsinternes Netzwerk
  • Individuelle B2B-Gespräche: Vorab organisierte Gesprächstermine mit brasilianischen Geschäfts- und KooperationspartnerInnen und Unterstützung beim Follow-Up
  • Branchenspezifische Kontakte im Zielland durch Fachnetzwerk sowie Zugang zu wichtigsten RepräsentantInnen der Branche
  • Zielmarktwebinar: Markt- und branchenspezifische Informationen zum Zielmarkt und Markteintritt
  • Präsentationsveranstaltung: Vorstellung und Präsentation Ihrer Produkte und Leistungen vor einem interessierten Fachpublikum
  • Round-Table-Meetings: Gespräche mit öffentlichen und privaten AbnehmerInnen sowie EntscheidungsträgerInnen
  • Fachbesuche: Besichtigungen von passenden Unternehmen und Leuchtturmprojekten