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Supercomputer kommt nach Deutschland

Die europäische Partnerschaft EuroHPC hat das Forschungszentrum Jülich als Standort des ersten europäischen Exascale-Supercomputers in Europa ausgewählt. Weltweit gibt es erst einen Rechner dieser Art.

Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger:

„Ich freue mich sehr, dass der erst Exascale-Supercomputer in Europa nach Deutschland kommt. Er wird in Jülich betrieben werden und eine Rechenleistung von mehr als fünf Millionen modernen Notebooks haben. Als Chancenministerium fördern wir diesen Supercomputer gemeinsam mit der EU und Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 500 Millionen Euro. Das ist eine große Investition in Deutschlands Forschungsinfrastruktur, mit der wir unsere technologische Souveränität ausbauen wollen. Der Rechner wird dazu beitragen, komplexe wissenschaftliche Fragen zu lösen und die Analyse riesiger Datenmengen zu ermöglichen. Das hilft uns etwa beim Klimaschutz, der Pandemiebekämpfung und der Entwicklung Künstlicher Intelligenz. In den nächsten Jahren werden zudem in Kooperation mit Bayern und Baden-Württemberg zwei weitere Exascale-Supercomputer in München und Stuttgart an den Start gehen.“

Dazu erklärt die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen:

„Mit der Entscheidung, den ersten europäischen Exascale-Rechner in Jülich zu errichten, setzt sich die lange Erfolgsgeschichte des Höchstleistungsrechnens am Forschungszentrum Jülich fort. Schon heute zählt das FZJ mit Spitzen-Rechnern wie JUWELS und JURECA zu den innovativsten Höchstleistungsrechenzentren der Welt. Ohne Supercomputer ist eine moderne Wissenschaft mittlerweile undenkbar. In der Grundlagen- wie auch in der anwendungsorientierten Forschung wird die Bedeutung rechnergestützter Simulationsverfahren weiter zunehmen. Mit der möglichen Integration von Quantentechnologien schlägt der Exascale-Rechner zugleich eine Brücke zur Zukunftstechnologie Quantencomputing. Als Mitglied des Netzwerks ‚EIN Quantum NRW‘ hat Jülich gemeinsam mit anderen starken Partnern aus Nordrhein-Westfalen auch hier eine national und international wegweisende Rolle inne."

Dazu erklärt die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer:

„Dieser Erfolg ist ein starkes Signal. Er belegt die internationale Schlagkraft der drei Standorte. Gemäß der gemeinsamen Aufgabenverteilung wird der Stuttgart Supercomputer auf die Bedürfnisse der Ingenieurwissenschaften und der Industrie ausgerichtet sein. Wir wollen mit Wissenschaft und Industrie den Standort Deutschland weiter voranbringen, indem wir die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit – den Klimawandel oder die Transformation der Wirtschaft – adressieren. Mithilfe der Supercomputer werden hier kluge Lösungen erarbeitet."

Dazu erklärt Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume:

„Die Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nur mit der Analyse riesiger Datenmengen bewältigen. Eine leistungsfähige Recheninfrastruktur ist elementar, um technologisch souverän und an der Spitze des internationalen Wettbewerbs in Wissenschaft und Technik zu agieren. Wir investieren deshalb in Bayern mit unserer Hightech Agenda massiv in den Ausbau der Zukunftstechnologien wie Supercomputing und Quantencomputing. Ich freue mich über diesen zukunftsweisenden Schulterschluss von EU, Bund und den beteiligten Ländern beim Exascale-Computing!“

Hintergrund 

Die europäische Supercomputing-Partnerschaft EuroHPC hat im finnischen Kajaani das Forschungszentrum Jülich als neuen Standort für den ersten Exascale-Supercomputer in Europa ausgewählt. Der neue Rechner wird über EuroHPC beschafft und in Jülich aufgebaut und betrieben.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Supercomputer im Rahmen des Programms „Hoch- und Höchstleistungsrechnen für das digitale Zeitalter – Forschung und Investitionen zum High-Performance-Computing“. Dazu gehört der deutsche Supercomputer-Verbund, das Gauss Centre for Supercomputing, in Jülich, München/Garching und Stuttgart. Das Gauss Centre wird gemeinsam vom BMBF und den Ländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg getragen. Die Kosten von 500 Millionen Euro für Infrastruktur, Rechner und Betrieb teilen sich die EU (250 Millionen Euro), das BMBF und Nordrhein-Westfalen (je 125 Millionen Euro). Der neue Rechner in München wird im Rahmen einer Innovationspartnerschaft entwickelt. Der neue Rechner in Stuttgart wird auf die Bedürfnisse der Ingenieurwissenschaften, Industrie und KMU ausgerichtet sein. Beide Rechner will das BMBF mit je 125 Millionen Euro fördern, dazu kommen jeweils 125 Millionen Euro aus Bayern und Baden-Württemberg.

Source: BMBF