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3. RUHR-Symposium mit Bundesumweltministerin | Schlüsselkomponente Batterie

Mindestens eine Million Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2020, lautet die festgelegte Zielgerade der Bundesregierung. Rund 156.000 Elektroautos sind gemäß Kraftfahrt-Bundesamt derzeit auf deutschen Straßen unterwegs. Der elektrische Energiespeicher ist ein entscheidender Faktor für die Frage, ob sich das E-Auto am Markt durchsetzt. Was muss aus industrieller und wissenschaftlicher Sicht getan werden, um nicht den Anschluss zu verlieren? Funktionale Materialien für Batterien standen daher im Mittelpunkt des 3. RUHR-Symposiums am 27. Oktober an der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Die Reichweite erhöhen, Ladezeiten verringern, Kosten senken – für einen Siegeszug der Elektrofahrzeuge sind noch einige Baustellen zu meistern. Welche Material- und Systementwicklungen werden erwartet? Was können Lithium-Ionen-Batterien leisten und was nicht? Und wie weit ist die Elektromobilität in Deutschland? Zahlreiche Expertinnen und Experten aus Industrie und Wissenschaft diskutierten u. a. über Festkörperbatterien, Nano-Elektrodenmaterialien und Flottenversuche mit E-Autos.  Zu den Hauptrednern gehörten Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, Prof. Dr. Thomas Weber, Vorstandsmitglied der Daimler AG, sowie Prof. Dr. Olivier Guillon, Direktor des Instituts für Energie-und Klimaforschung im Forschungszentrum Jülich. 

„Wir brauchen ein Verständnis für die gesamte Wertschöpfungskette“, appellierte Weber. Bei der Arbeit an einzelnen Fragestellungen sei es wichtig, an das Gesamtsystem zu denken. Welchen bedeutsamen Beitrag die Wissenschaft dabei leisten kann, um das Potential von Batterien zu verbessern, erläuterte Prof. Dr. Christof Schulz vom Center for Nanointegration Duisburg-Essen (CENIDE). Das Ziel des Chemikers und dass seiner Kollegen im NanoEnergieTechnikZentrum (NETZ) sei es, Gewicht, Größe, Ladezeiten und Kosten von Lithium-Ionen-Batterien durch neue Materialien zu reduzieren und gleichzeitig die Speicherkapazität im Vergleich zu konventionellen Lithium-Ionen-Batterien erheblich zu steigern. Verlustreiche Transportwege können durch kleine (nano)Strukturen reduziert werden. Hilfreich ist dabei das gut verfügbare und für Mensch und Umwelt unbedenkliche Silizium – in nanokristalliner Form oder in Silizium-Kohlenstoff-Kompositen. Angestrebt wird eine Marktreife für langzeitstabile Anodenmaterialien mit einer Speicherdichte von mehr als 1.200 mAh/g, die vielfältige Anwendungen in der Energiespeicherung und in Elektroantrieben ermöglichen.

Den begeisterten Teilnehmerinnen und Teilnehmern bot sich am Campus Duisburg zusätzlich die Gelegenheit, im NETZ die Labore für Batterieforschung und das Mikroskopiezentrum sowie das Zentrum für BrennstoffzellenTechnik zu besichtigen.

Redaktion: Steffi Nickol, steffi.nickol@uni-due.de, 0203/ 379–8177, www.cenide.de

(Bild ©CENIDE)

Quelle: | Pressemitteilung CENIDE 27.10.2016 |

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CENIDE - Center for Nanointegration Duisburg-Essen, Universität Duisburg-Essen

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