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Für die Hightech-Forschung in Siegen: Neues Laborgebäude an Uni Siegen eröffnet

Foto: absfreepic.com

An der Universität Siegen ist das interdisziplinäre Hightech-Forschungsgebäude INCYTE feierlich eröffnet worden. Das deutschlandweit einzigartige Gebäude setzt neue Maßstäbe in den Bereichen Nanoanalytik, Nanochemie und Sensortechnologien und stärkt damit die Spitzenforschung in Nordrhein-Westfalen. Von den neuen Laboren wird auch das Exzellenzcluster „Color meets flavor“ profitieren. Der Verbund der Universitäten Bonn und Siegen sowie der TU Dortmund wird hier gemeinsam forschen und experimentieren. Das Land fördert den Bau mit rund 95 Millionen Euro. Am Montag, 27. April 2026, wurde das Forschungszentrum in Siegen eingeweiht.

Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Exzellente Wissenschaft braucht eine exzellente Ausstattung. Mit INCYTE schaffen wir optimale Arbeitsbedingungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem deutschlandweit einmaligen Laborgebäude. Verschiedene Disziplinen werden hier gemeinsam intelligente Mikrosensoren und innovative Materialen entwickeln und so an der Lösung zentraler Zukunftsfragen in den Bereichen Industrie, Mobilität und Medizin arbeiten. Das stärkt den Wissenschafts- und den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.“

Uni-Rektorin Prof. Dr. Stefanie Reese: „Das INCYTE ist ein Forschungszentrum mit immenser nationaler und internationaler Strahlkraft, ein großartiger Leuchtturm für die Universität Siegen und für Mikroelektronik in Nordrhein-Westfalen. Unser Dank gilt dem Land, das unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern optimale Bedingungen für Forschung auf Weltklasseniveau ermöglich. Ebenso danken wir allen Kolleginnen und Kollegen sehr herzlich, die sich in den vergangenen Jahren mit großem Engagement für dieses Projekt eingesetzt haben.“

Prof. Dr. Peter Haring Bolívar vom Lehrstuhl Höchstfrequenztechnik und Quantenelektronik, der das Forschungsgebäude mit Kolleginnen und Kollegen konzipiert und vorangetrieben hat: „Die Infrastruktur im INCYTE steht auch externen Partnern offen, um Forschung und Entwicklung gemeinsam wirksam umsetzen zu können – darunter andere Universitäten, Forschungseinrichtungen, Ausgründungen sowie mittelständischen Unternehmen aus der Region und darüber hinaus.“

Errichtet wurde das Gebäude durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) unter anspruchsvollen technischen Bedingungen: Unter anderem wurden Labore für die hochempfindliche Elektronenmikroskope bis zu sieben Meter tief in den Felsen gebaut. Für einen erschütterungsfreien Betrieb ruhen die Geräte auf einem rund 100 Tonnen schweren Betonfundament.

Anke Richter, Leiterin der Niederlassung Dortmund des BLB NRW: „35.000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, damit der Fels selbst zur Schutzschicht für die sensible Messtechnik wird. Aber das INCYTE ist nicht nur ein technisches Meisterwerk: Das viergeschossige Atrium mit seinen lichtdurchfluteten Kuppeln bildet einen lebendigen Mittelpunkt, der Austausch und Begegnung fördert – denn Forschung entsteht nicht allein im Labor.“

Insgesamt gibt es rund 50 spezialisierte Labore, einen 600 Quadratmeter großen, absolut staubfreien Reinraum für die Entwicklung von Sensoren sowie umfangreiche Flächen für Materialanalytik und biochemische Forschung ermöglichen interdisziplinäre Zusammenarbeit auf höchstem Niveau. Um schnellen Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis zu ermöglichen, können auch Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft das Laborgebäude nutzen. 

Das Gebäude bietet 5.200 Quadratmeter Nutzfläche und beheimatet auch Seminarräume und moderne Büros für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Mittelpunkt des Baus mit Dachbegrünung und Photovoltaik-Anlagen ist ein viergeschossiges Atrium mit lichtdurchfluteten Kuppeln.