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In Köln verwirklichen Technologiegründer Ihre Visionen

Organische, gedruckte, flexible Elektronik? Noch Zukunft oder bereits im Alltag angekommen? Beides ist wahr: OLED-Displays, ein Paradebeispiel organischer Elektronik, sind im Alltag bereits allgegenwärtig, gleichzeitig entwickeln Start-Ups am COPT Zentrum mit Hochdruck an dieser Technologie.

Stellen Sie sich vor, mit Ihrem neugegründeten Unternehmen eine neue Generation von Solarzellen auf dem Markt zu bringen. Oder Sensoren, mit denen Sie die Frische von Lebensmitteln messen. Oder Sie rüsten den Innenraum von Automobilen mit Sensor-Oberflächen aus, welche die Bedienung des Innenraums revolutionieren. Alles Vision? Tatsächlich sind dies aktuelle Projekte, die Start-Ups im COPT Zentrum konkret verfolgen.

Allerdings stehen viele Technologiegründungen vor dem gleichen Problem. Nachdem die Geschäftsidee und der Geschäftsplan stehen, geht es um Investitionen, von denen ein großer Teil für Entwicklungsarbeiten vorgesehen ist. Entwicklungsarbeiten sind kostenintensiv. Um aus einer Technologie ein Produkt zu kreieren, erfordert dies erhebliche Zeit und Mittel. In der Regel bedarf es hierfür eines Parks an teuren Geräten für die Prozessierung und Analyse, die sich kleinere Firmen besonders in der Anfangsphase nicht leisten können. Nicht zuletzt stellt die Herstellung von elektronischen Bauelementen an die Umgebung besondere Anforderungen: Staub, Feuchtigkeit und Temperatur gilt es zu kontrollieren. Alles zusammen ergibt Investitionen, die schnell eine siebenstellige Höhe erreichen. Die Aufgabe, mit begrenzten Mitteln eine technische Herausforderung zu meistern und damit Investoren zu begeistern, ist nicht einfach zu lösen.

Genau hier kommt das COPT Zentrum ins Spiel, das 2015 von der Universität zu Köln gegründete Technologie-Transfer-Institut. Derzeit beheimatet das COPT Zentrum eine Reihe von Start-Ups, die in Räumen des COPT Gebäudes arbeiten. Daneben findet sich im COPT Zentrum eine beeindruckende Anzahl an technischen Geräten der neuesten Generation. Hiermit lassen sich beispielsweise nanometerdicke Metall-, Keramik- und organische Schichten aufdampfen, die einen Schlüssel zur organischen und flexiblen Elektronik darstellen. Ein zweiter Schlüssel sind auf Flüssigkeiten beruhende Beschichtungs- und Druckprozesse, von denen das COPT Zentrum die wichtigsten zur Verfügung stellt, vom klassischen Siebdruck bis hin zum modernen Ink-Jet-Druck. Hierdurch lassen sich beispielsweise gedruckte Sensoren oder auch flexible Leiterbahnen erzeugen. Nicht zuletzt verfügt das COPT Zentrum über eine Vielzahl an Messmethoden, mit deren Hilfe die optischen, elektrischen und Langzeiteigenschaften von Bauteilen beurteilt werden können. Bei der Einrichtung des COPT Zentrums wurde strikt auf Flexibilität und Kosteneffizienz geachtet. „Wir arbeiten hauptsächlich manuell und haben auf teure und aufwändige Pilotlinien verzichtet“, erläutert Prof. Klaus Meerholz, einer der Gründer des COPT Zentrums. Dass Start-ups sich in der Regel keine goldenen Wasserhähne leisten können, ist nicht verwunderlich. Offensichtlich ist das COPT Zentrum aber in gerade dieser Hinsicht attraktiv, denn die Räume sind sehr begehrt und mit den dort arbeitenden ca. 30 Forschern praktisch voll belegt.

Auch die eigene Forschung spielt eine zentrale Rolle im COPT Zentrum. Diese ist notwendig, um technologisch auf Augenhöhe zu bleiben und die Geräte-Ausstattung kontinuierlich zu verbessern. Derzeit laufen eine Reihe an geförderten Forschungsprojekten am COPT Zentrum.

Das vom Land NRW mit EFRE-Mitteln geförderte Projekt „PeroBoost“ arbeitet an sogenannten Perowskit-Solarzellen, einer Solarzellengeneration, der derzeit großes Potential zugeschrieben wird. Derartige Zellen zeigen eine Energieeffizienz, die diejenige der klassischen Silizium-Solarzellen überschreitet. Auf flexiblen Kunststofffolien gefertigt, ermöglichen sie zudem vollkommen neue Möglichkeiten und Designs. In einem weiteren Projekt arbeitet das COPT Zentrum eng mit der Kunststoffverarbeitung daran, OLED zusammen mit Bedienelementen in einem Schritt zu Kunststoffteilen zu verarbeiten. Das Stichwort heißt In-Mold-Electronics und ist derzeit ein heißes Thema in der Automobilbranche.

Als „verlässlich, flexibel und technisch auf Augenhöhe“ sieht sich COPT Zentrum selbst. Offensichtlich ist das Konzept gut angekommen.


Technologiebereich:
Organische und gedruckte Elektronik, Aufdampfprozesse, Druckprozesse, Strukturierung, Messtechnik

Standort:
Köln

Unterstützungsangebot:
Technologiezentrum für Start-ups, Geräteunterstützung, Technologie-Transfer, Fördermittel-Akquisition

Ausstattung und Services für Unternehmen:

  • Mieträume für chemische und physikalische Arbeiten sowie Auswertung
  • Umfangreiche Prozessierungs- und Analytikplattformen für die organische und gedruckte Elektronik
  • Technologie-Beratung
  • Auftragsforschung
  • Initiierung und Anbahnung von Drittmittelprojekten

Besonderheiten:
Die COPT OpenAccess-Geräteplattformen stehen den Nutzern, insbesondere den im COPT Zentrum angesiedelten KMU, sowohl zur Eigennutzung als auch im Service zur Verfügung. Im Bereich der organischen und gedruckten Elektronik fördert das COPT Zentrum den Technologie-Transfer aus dem akademischen Umfeld in die industrielle Produktentwicklung.


Abbildung 1: Elektronik von morgen: Inkjet-Druck am COPT Zentrum (© COPT).

Abbildung 2: Erarbeitung von Lösungen im Dialog (© COPT)

Abbildung 3: Präzise Analytik löst Probleme von Start-ups (© COPT)

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Universität zu Köln

Since its establishment in 1388, the University of Cologne has been a center of science and scholarship in Europe. Today, it is one of the leading German research universities. We offer our students an exceptionally broad and diverse subject...more...