Starke Ideen aus NRW für eine wettbewerbsfähige Zukunft
In der vierten Runde des Wettbewerbs „NRW-Patent-Validierung“ wurden nun weitere 14 herausragende Projekte von einem unabhängigen Begutachtungsausschuss zur Förderung ausgewählt, die nun Anträge auf Förderung stellen können.
Die ausgewählten Projekte haben ein Gesamtfördervolumen von ca. 2,1 Millionen Euro und werden mit EU-Mitteln aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021–2027 unterstützt.
Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Schlüsseltechnologien sind für Europas Wettbewerbsfähigkeit im globalen Innovationswettbewerb entscheidend. Welch großes Innovationspotenzial in Nordrhein-Westfalen steckt, belegen die nun ausgewählten Vorhaben eindrucksvoll. Wenn starke Ideen und innovative Erfindungen schneller in Anwendung kommen, profitieren alle: Hochschulen, Unternehmen und vor allem die Menschen in unserem Land.“
Um diese Projekte geht es
Aachen:
BioSens: Die Gesellschaft für Angewandte Mikro- und Optoelektronik entwickelt hochauflösende Brechungsindex-Sensoren weiter und macht sie zuverlässiger. Mit den Sensoren sind präzise Messungen in der Umweltüberwachung, Industrie und Biotechnologie möglich, mit denen biologische Stoffe nachgewiesen werden können.
LOCIM: An der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen wird eine neue Betriebsweise für Elektromotoren in Hybrid- und Elektrofahrzeugen entwickelt. Sie soll kritische Situationen wie lange Bergfahrten oder Bremsungen bei voller Batterie sicher bewältigen, ohne dass dafür teure, rohstoffintensive Batterien eingesetzt werden müssen.
MoLeBO: Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung will mit einem Bioreaktorsystem dreidimensionale Organmodelle im Labor nachbilden – eine alternative Methode zu Tierversuchen in zell- und gewebebasierten Therapien darstellt.
PINNFLOW: Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen entwickelt ein neues Simulationssystem für Brennstoffzellen. Dabei kommt auch KI zum Einsatz. Das neue Verfahren nutzt sogenannte Physikalisch Informierte Neuronale Netze (PINN), die wichtige Prozesse wie Strömung, Stofftransport und chemische Reaktionen direkt abbilden. Dadurch lassen sich Modelle schneller und ressourcenschonender erstellen.
GECKO: Weltweit warten rund 12,7 Millionen Menschen auf eine Hornhauttransplantation, es gibt aber zu wenig Spender. Das Vorhaben „GECKO“ des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie entwickelt ein stammzellbasiertes Hornhautendothel-Implantat, das Patientinnen und Patienten schneller hilft und Europas Spitzenposition in der regenerativen Medizin weiter stärkt.
Bonn:
AmmoniaSysNRW: Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn prüft einen schonenden, elektrochemischen und energiesparenden Prozess zur Produktion von Ammoniak. Mit einem neuartigen Reaktor soll die Herstellung nun bei Raumtemperatur durch die Nutzung von Wasser, Luft und erneuerbarer Elektrizität möglich werden.
Targeted Protein Degradation: Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und das Universitätsklinikum Bonn entwickeln eine neue Methode zur Entfernung von Zellen, die Blutkrebs auslösen können. Ein Fortschritt in der innovativen Krebsmedizin.
Profibrinolytische Nanobodies: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und das Universitätsklinikum Bonn wollen innovativen Antikörper-Wirkstoff entwickeln, der die Sicherheit und Wirksamkeit gegenüber bestehenden Medikamenten zur Verhinderung oder Auflösung von Blutgerinnseln erhöht.
Jülich:
1T-RAM4QNC: Das Forschungszentrum Jülich GmbH arbeitet an einer fortschrittlichen alternativen Speichertechnologie, die sich durch geringen Energieverbrauch, kompakte Bauweise und hohe Widerstandsfähigkeit auszeichnet. Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich beispielsweise in der Medizintechnik oder in der Weltraumelektronik.
Multi-tDCS-MR-RF-Sensorarray: Das Forschungszentrum Jülich will eine neue Sensortechnologie weiterentwickeln, die die Kombination von Magnetresonanztomographie (MRT), Hirnstimulation und Echtzeit-Feedback in einem Gerät ermöglicht. Dadurch können MRT-Scanner, die bisher nur zur Diagnose eingesetzt wurden, künftig auch für die Therapie von Erkrankungen wie Alzheimer oder Depression genutzt werden.
Köln:
SmartLens: An der Technischen Hochschule Köln wird an einer innovativen, KI-gestützten Bildverarbeitungstechnologie gearbeitet, die im Rahmen von Vertical Farming angewendet werden soll. Damit kann das Pflanzenwachstum in vertikal strukturierten Anbausystemen überwacht und gesteuert werden sowie der Reifegrad und der Gesundheitszustands bestimmt werden.
Krefeld:
TriAzFSM: Im Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West gGmbH werden patentierte Flammschutzmittel auf Triazin- und Triazolbasis sowie deren Anwendung auf beschichteten Textilien validiert, damit diese schwerer entflammbar sind.
BorFSM: Das Deutsches Textilforschungszentrum Nord-West gGmbH forscht auch an rauchunterdrückenden Flammschutzmittel für Naturfaserverbundwerkstoffe. Dadurch können insgesamt weniger Rohstoffe eingesetzt werden.
Münster:
Nachhaltiger Beton: Die Fachhochschule Münster entwickelt ein neuartiges Verfahren, mit dem die Oberflächen weniger wertiger Sande so aufbereitet werden, dass sie als hochwertiger Baustoff nutzbar sind. Auf diese Weise können Rohstoffe effizienter genutzt, natürliche Ressourcen geschont werden.
Zum Hintergrund Für zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Vorhaben in Nordrhein-Westfalen stehen aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021- 2027 EU-Mittel in Höhe von 1,9 Milliarden Euro des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Funds (JTF) zur Verfügung. Hinzu kommen eine Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen und Eigenanteile der Projekte. Unterstützt werden Vorhaben aus den Themenfeldern Innovation, Nachhaltigkeit, Mittelstandsförderung, Lebensqualität, Mobilität, Strukturwandel in Kohlerückzugsregionen sowie strategische Technologien und Wettbewerbsfähigkeit. Weitere Informationen finden Sie unter www.efre.nrw.
Informationen zum EFRE-Förderwettbewerb Patentvalidierung finden Sie unter https://www.efre.nrw/einfach-machen/foerderung-fi.