Transformationsplan für einen Recyclingbetrieb
Mithilfe eines Transformationsplans soll der Unternehmensstandort in Hünxe bis 2045 treibhausgasneutral ausgerichtet sein – ohne Wirtschaftlichkeit oder Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden. © HDB Recycling GmbH
Recycling- und Entsorgungsbetriebe zählen zu den energieintensiven Wirtschaftsbereichen: Brecher, Sieb- und Trocknungsanlagen, mobile Maschinen sowie komplexe Logistikprozesse verursachen hohe Strom , Wärme und Kraftstoffverbräuche. Wie die klimaneutrale Energieversorgung trotzdem gelingen kann, erarbeiten das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und die HDB Recycling GmbH in einem gemeinsamen Projekt: Mithilfe eines Transformationsplans soll der Unternehmensstandort in Hünxe bis 2045 treibhausgasneutral ausgerichtet sein – ohne Wirtschaftlichkeit oder Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden. Schon innerhalb der kommenden zehn Jahre sollen die durch Strom-, Wärme- und Kraftstoffnutzung verursachten Emissionen um mindestens 40 Prozent reduziert werden.
In einem ersten Schritt auf dem Weg zur Roadmap wird der Ist-Zustand der Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen am Standort Hünxe systematisch erfasst und bilanziert. Darauf aufbauend entwickelt Fraunhofer UMSICHT einen Maßnahmenplan, der Energieeffizienzpotenziale, die Nutzung erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung von Prozessen und Fahrzeugen sowie Speicher‑ und Flexibilitätslösungen integriert betrachtet. Besonderes Augenmerk liegt auf der optimalen Nutzung großer Dach‑, Absetzbecken‑ und Wandflächen für Photovoltaik sowie auf Lastmanagement‑ und Eigenverbrauchskonzepten, um Stromproduktion und -verbrauch besser aufeinander abzustimmen.
Neben der technischen Machbarkeit werden die Maßnahmen auch wirtschaftlich bewertet und priorisiert. Unterschiedliche Entwicklungspfade und Szenarien ermöglichen es, Investitionen transparent zu vergleichen und schrittweise umzusetzen. Der entstehende Transformationsplan dient HDB als belastbare Entscheidungsgrundlage auf dem Weg zur Klimaneutralität und schafft gleichzeitig die Voraussetzungen für eine dauerhafte Verankerung der Transformationsstrategie im Unternehmen.
Das vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen der Bundesförderung für Energie‑ und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW, Modul 5) geförderte Projekt läuft von März 2026 bis März 2027. Die Ergebnisse sind übertragbar auf vergleichbare Recycling‑ und Entsorgungsstandorte und liefern einen praxisnahen Ansatz für die Dekarbonisierung energieintensiver mittelständischer Betriebe.