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SAIL zeigt: KI kann nachhaltig und verantwortungsvoll sein

Symbolbild (Universität Paderborn, Besim Mazhiqi)

Wie kann künstliche Intelligenz (KI) Menschen unterstützen, ohne Ressourcen zu verschwenden oder gesellschaftliche Probleme zu verschärfen? Mit dieser Frage hat sich das Forschungsnetzwerk SAIL in den vergangenen vier Jahren beschäftigt. Zum Abschluss ziehen die Beteiligten eine positive Bilanz: Die Forschenden haben neue Ansätze für verständliche, robuste und nachhaltige KI entwickelt, von Anwendungen im Gesundheitswesen bis zur Analyse politischer Debatten.  

Nach fast vier Jahren endet das Forschungsnetzwerk SAIL („Sustainable Life-cycle of Intelligent Socio-Technical Systems“). Gemeinsam haben die Universität Paderborn, die Universität Bielefeld, die Hochschule Bielefeld und die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe erforscht, wie künstliche Intelligenz langfristig zuverlässig, ressourcenschonend und gesellschaftlich verantwortungsvoll eingesetzt werden kann. Finanziert wurde SAIL vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Dabei entstand Forschung mit direktem Nutzen für Gesellschaft und Wirtschaft. Die Projekte reichen von KI-Systemen, die Fehler bei Blutproben erkennen können, bis hin zu intelligenten Assistenzsystemen für die Pflege. Andere Forschende nutzten moderne Sprachmodelle, um Bundestagsdebatten über Jahrzehnte hinweg auszuwerten und gesellschaftliche Entwicklungen auf einer breiten Datenbasis sichtbar zu machen.

Ein besonderes Merkmal von SAIL war die enge Zusammenarbeit von Informatik, Ingenieurwissenschaften, Medizin sowie Sozial- und Geisteswissenschaften. Dadurch entstanden Lösungen, die technische Innovation mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden.

„Es ist ein Gebot der gesellschaftlichen Verantwortung, nachhaltig zu denken. KI sollte zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen beitragen und diese nicht verschärfen“, sagt Prof. Dr. Barbara Hammer, Leiterin des SAIL-Projekts und Professorin für Maschinelles Lernen an der Universität Bielefeld. „Nachhaltige KI ist kein Nischenthema, sondern die Voraussetzung für langfristige Akzeptanz und Vertrauenswürdigkeit. Indem wir technische Effizienz mit sozialer Verantwortung verknüpfen, stellen wir sicher, dass künstliche Intelligenz tatsächlich als Dienstleistung für die Gesellschaft funktioniert und nicht zum Treiber neuer Ungleichheiten wird“, ergänzt Prof. Dr. Axel Ngonga Ngomo von der Universität Paderborn.

Auch über das Ende der Förderung hinaus wirken die Ergebnisse weiter. Die beteiligten Universitäten haben ihre Zusammenarbeit dauerhaft ausgebaut und sind inzwischen Teil der ELLIS Unit NRW, einem europaweit vernetzten Forschungsverbund für künstliche Intelligenz. Damit bleibt Ostwestfalen-Lippe ein sichtbarer Standort für KI-Forschung mit gesellschaftlichem Anspruch. Die neue NRW-Unit ist eine von europaweit nur sieben neuen Einheiten und die erste, die die KI-Forschungsstärke eines gesamten Bundeslandes bündelt. Für den Campus OWL bedeutet das einen direkten Draht in die europäische Spitzenforschung – und die Chance, als KI-Standort dauerhaft über die Region hinaus wahrgenommen zu werden. 

Die Förderung läuft im Juli 2026 aus – die Zusammenarbeit nicht. Das Joint Artificial Intelligence Institute (JAII), das bislang die Universitäten Paderborn und Bielefeld miteinander verband, wurde um HSBI und TH OWL erweitert und gibt den gemeinsamen Aktivitäten eine dauerhafte institutionelle Heimat.

Universität Paderborn

Die Universität Paderborn orientiert sich an der Leitidee der „Universität der Informationsgesellschaft“. Die starke Informatik und deren Anwendungsfelder sowie die interdisziplinäre Durchdringung vieler Disziplinen durch...mehr...