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BMBF-Förderung für die Vorbereitung des Einstein-Teleskops

Vierzehn deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen erhalten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) insgesamt rund 2 Millionen Euro. Diese Förderung ermöglicht es Physikern und Geophysikern an verschiedenen technologischen Aspekten des Einstein-Teleskops zu arbeiten. Zu den geplanten Aktivitäten gehören zum Beispiel die Messung seismischer Störungen und die Entwicklung kristalliner Fasern zur Aufhängung der großen Spiegel. Die Finanzierung kommt aus dem Fördertopf für große Experimente der Teilchenastrophysik.

Prof. Achim Stahl von der RWTH Aachen koordiniert das Projekt. Er freut sich sehr, dass die Förderung bewilligt wurde. „Mit diesen Mitteln wird der deutsche Beitrag zur Technologie des Einstein-Teleskops substantiell ausbauen. Es ist das erste Mal seit 30 Jahren, dass das BMBF bereit ist, die Gravitationswellenphysik auf so hohem Niveau zu fördern“.

Gravitationswellen: ein wachsendes Forschungsfeld

Wissenschaftler beobachteten erstmals Gravitationswellen im Jahr 2015, 100 Jahre nachdem Albert Einstein deren Existenz vorhergesagt hatte. Dies war der Beginn einer neuen Ära in Astrophysik und Astronomie, da Gravitationswellen eine völlig neuen Blick auf das Universums ermöglichen. Das Einstein-Teleskop wird noch empfindlicher sein als die heutigen Gravitationswellendetektoren. Wissenschaftler werden zum ersten Mal in das dunkle Zeitalter des Universums zurückblicken können. Es wird möglich sein, bis nahe an dem Urknall zurückzublicken.

Rund 40 deutsche Universitäten und Forschungsinstitute sind bereits an der Gravitationswellenforschung und den Vorarbeiten für das Einstein-Teleskop beteiligt. Sie arbeiten mit Partnern in Belgien und den Niederlanden zusammen. Die BMBF-Förderung ist ein wichtiger Schritt, um dieses Forschungsgebiet weiter zu entwickeln. Sie ermöglicht es den Forschern an einem breiten Spektrum verwandter Themen zu arbeiten, darunter Computer-Technologie, Optik, Laser, Kühlung und Rauschunterdrückung.

Standorte

Das Grenzgebiet von Deutschland, Belgien und den Niederlanden (Euregio Maas-Rhein) ist einer der beiden möglichen Standorte für das Einstein-Teleskop. Dies hat mit der Geologie und dem starken Umfeld mit seinen wissenschaftlichen Einrichtungen und High-Tech-Unternehmen zu tun. Der andere potenzielle Standort ist Sardinien. Über den Standort wird voraussichtlich 2023 oder 2024 entschieden werden.

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