Souveräner Datenaustausch im Fokus
Nach einer erfolgreichen Arbeitsphase mit ersten Ideensammlungen präsentierten die Gruppen in einem 'Mid Pitch' ihren bisherigen Arbeitsstand. © Fraunhofer IEM
Interdisziplinäre Teams erarbeiten in Paderborn innovative Ansätze für souveränen Datenaustausch in der Industrie – in Kooperation mit WAGO, G. Kraft Maschinenbau und Werkzeugbau Berger.
KI-Diskussionen konzentrieren sich häufig auf Modelle und Rechenleistung, doch die eigentliche Grundlage bleibt dabei oft unbeachtet: die Daten. Ohne Vertrauen, Kontrolle und klare Regeln verlieren Daten, und damit KI, ihren Wert. Genau an diesem Punkt wird der Handlungsdruck für Organisationen jetzt konkret.
Vor dieser Herausforderung stehen viel Unternehmen: Wie können Unternehmen Daten sicher, kontrolliert und mit klaren Nutzungsrechten teilen? Mit dieser Leitfrage beschäftigten sich 35 Studierende beim Makeathon XCHANGE4INDUSTRY, der am 3. und 4. Dezember 2025 im IoT Xperience Center in der Zukunftsmeile 2, Paderborn, stattfand. In sieben interdisziplinären Teams entwickelten sie Ideen und Prototypen für souveränen Datenaustausch in der industriellen Wertschöpfung.
Das Format wurde von Fraunhofer IEM und dem Heinz Nixdorf Institut organisiert und in Kooperation mit dem Technologie-Netzwerk it’s OWL durchgeführt. Praxispartner waren die Unternehmen WAGO GmbH & Co. KG, G. Kraft Maschinenbau GmbH und Werkzeugbau Berger GmbH. Die Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter unterstützte den Wettbewerb als Förderpartner und stiftete das Preisgeld für das Gewinnerteam.
Die Teams bearbeiteten reale Aufgabenstellungen aus den Unternehmen: von digitalen Werkzeuglebensläufen über automatisierte Softwareupdates bis hin zu digitalen Produktpässen für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Dabei standen Datensouveränität, Transparenz und Interoperabilität im Zentrum. Mitarbeitende des IEM begleiteten die Teams, brachten ihre fachliche Expertise ein und unterstützten den Austausch zwischen Studierenden und Unternehmensvertretern. Das Siegerteam überzeugte mit einer Lösung, die einen „Digital Vault“ mit einem „IoT Pulse“ kombiniert – eine gemeinsame Lifecycle-Zeitleiste, die Werkzeugdaten versionssicher bündelt und so vorausschauende Wartung und smarte Garantien ermöglicht.
Ein begleitender Fireside Chat mit Ulrich Ahle (Gaia-X European Association for Data and Cloud), Marius Haacke (Werkzeugbau Berger) und Dr. Christian Koldewey (Heinz Nixdorf Institut) ordnete die Ergebnisse in den europäischen Kontext souveräner Datenräume ein.
Im Mittelpunkt des Makeathons stand neben der technischen Lösungskompetenz auch die Teamarbeit. Die Jury bewertete die Projekte nach Kriterien wie Problemfit, Innovationshöhe und Umsetzbarkeit. Alle Teams präsentierten ihre Ergebnisse im Final Pitch vor Fachjury und Publikum – mit großer Resonanz und praxisnahen Ergebnissen.
Beteiligte Institutionen:
Fraunhofer IEM – Heinz Nixdorf Institut – it’s OWL – WAGO GmbH & Co. KG – G. Kraft Maschinenbau GmbH – Werkzeugbau Berger GmbH – Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter
Förderhinweis:
Der Makeathon XCHANGE4INDUSTRY fand im Rahmen des Forschungsprojekt DaFoX-OWL statt. Das Forschungsprojekt läuft bis März 2026 und wird mit rund 420.000 Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie von der Europäischen Union gefördert. Es wird getragen vom Fraunhofer IEM und dem Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn – in enger Zusammenarbeit mit Partnern wie Factory-X, Gaia-X, it's OWL und OWL Maschinenbau.