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Optimiertes künstliches Sehen: DFG fördert neues Graduiertenkolleg

Forschungszentrum Jülich

Das Kolleg für herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler wird zunächst für viereinhalb Jahre mit einem Gesamtvolumen von 5,6 Millionen Euro gefördert. Diese Summe verteilt sich auf insgesamt 14 Arbeitsgruppen. Aus dem Forschungszentrum Jülich sind Prof. Frank Müller (Institut für Biologische Informationsprozesse, Molekular- und Zellphysiologie), Prof. Andreas Offenhäusser (Institut für Biologische Informationsprozesse, Bioelektronik) und Dr. Antje Willuweit (Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Physik der Medizinischen Bildgebung) beteiligt. Sprecher des Kollegs ist Prof. Peter Walter von der Augenklinik der RWTH Aachen. Neben der RWTH und Jülich ist die Universität Duisburg-Essen weiterer Partner.

In der Retina des Auges, der Netzhaut, beginnt die Wahrnehmung optischer Reize und die Verarbeitung visueller Information. Wenn diese Prozesse gestört sind, droht die Erblindung. Bei Menschen mit Netzhautdegeneration können mithilfe von Retinaimplantaten einfache Sehfunktionen wiederhergestellt werden.

Oftmals bleibt jedoch der Erfolg hinter den Erwartungen zurück, weil die Technologien noch nicht weit genug entwickelt und die biologischen Grundlagen der Erkrankungen nicht genügend erforscht sind. Das Graduiertenkolleg "Innovative Schnittstellen zur Retina für optimiertes künstliches Sehen – InnoRetVision" mit Experten aus den Bereichen Ingenieurswissenschaften, Neurobiologie und Medizin verfolgt einen hochgradig interdisziplinären Ansatz in der Forschung und Graduiertenausbildung. So sollen die biomedizinischen Mechanismen der Netzhautdegeneration und deren Konsequenzen auf die Verschaltung im Gehirn genauer analysiert und neuartige Elektroden und Schaltungssysteme für Implantate entwickelt werden. Beides dient dazu, das künstliche Sehen erheblich zu verbessern.

Das Graduiertenkolleg gehört zu elf Vorhaben, die die DFG ab Oktober 2020 zunächst viereinhalb Jahre lang mit insgesamt rund 56 Millionen Euro fördert. Damit will die DFG den wissenschaftlichen Nachwuchs weiter stärken. Graduiertenkollegs bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren. Aktuell fördert die DFG insgesamt 219 GRK, darunter 36 Internationale Graduiertenkollegs (IGK).

Forschungszentrum Jülich GmbH

Schlüsseltechnologien in den Bereichen Energie und Umwelt sowie Information und Hirnforschung – diese Aufgabe prägt das Profil des Forschungszentrums Jülich. Mit rund 5.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der...more...