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Die Heimat für die Circular Economy

Das Silicon Valley ist zum Inbegriff für den Gründergeist und erfolgreiche Startups der Computerbranche geworden. In Zeiten, in denen es immer mehr um das Schließen von Stoffkreisläufen gehen muss, wird wieder so ein Ort gebraucht: ein Circular Valley®.

Die Probleme sind bekannt: Die Ressourcen sind endlich. Verbrauch und Emissionen sind zu hoch. Die IEA erwartet für das Jahr 2021 beispielsweise den zweithöchsten Anstieg der CO2-Emissionen aller Zeiten. Das lineare Wirtschaftsmodell ist nicht nachhaltig und somit zum Scheitern verurteilt. Das Modell Take-Make-Use-Dispose hat keine Zukunft. Und auch die Verbraucher ärgern sich darüber, dass Produkte früh kaputt gehen, nicht reparabel sind und ihre Bestandteile sich häufig nicht wiederverwenden lassen. Dafür, dass Verpackungen noch immer viel zu selten aus recyceltem Material bestehen, schwindet das Verständnis. Immer mehr setzt sich nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Bevölkerung und der Wirtschaft die Erkenntnis durch, dass größeres Augenmerk auf Zerlegungs- und Verwertungsprozesse sowie alternativen Rohstoffen gelegt werden muss und zumindest ein Teil der Lösung darin liegen kann, Kreise von Rohstoffen zu schließen.

Circular Valley® setzt sich für die Vision ein, diese zirkuläre Wirtschaft voranzubringen – mit der erweiterten Rhein-Ruhr-Region als Hotspot. Diese Region mit einem Umkreis von 100 km um Wuppertal reicht bis Münster und Aachen, beherbergt rund 14 Millionen Menschen und ist die größte Metropolregion Deutschlands. Und sie ist der perfekte Standort des Circular Valley®s. Fünf Standortfaktoren sprechen auf einzigartige Art und Weise dafür: Erstens handelt es sich um eine wirtschaftlich sehr starke Region. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es eine höhere Konzentration an Weltmarktführern aus verschiedensten Bereichen. Etwa 300 Weltmarktführer sind in weniger als einer Stunde erreichbar. Zweitens sind in der Region bereits bedeutende Unternehmen aus dem Bereich der zirkulären Wertschöpfung ansässig. Drittens gibt es eine exzellente Wissenschaftslandschaft. Nicht nur die Dichte an Universitäten, Forschungsinstituten und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen ist hoch. Viele von ihnen haben auch einen inhaltlichen Schwerpunkt auf Kreislauflösungen. Viertens ist die Region besonders weltoffen und bietet eine hohe Lebensqualität sowie ein umfassendes Kulturangebot. Und fünftens ist die Region für ihre Industrietradition bekannt, die bis heute weiterlebt.

Die gemeinnützige Circular Valley® Stiftung ist Träger des Circular Valley®. Sie steht als Kern hinter allen Aktivitäten, um Circular Valley® zu etablieren: von der die Einrichtung des Circular Valley® Akzelerators über Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Politikempfehlungen, die wir perspektivisch planen. „Wir möchten keinen Lobbyismus betreiben, sondern wie ein Thinktank, aus einer neutralen Position heraus Hinweise geben, wenn es offene Fragen gibt, was die beste Lösung ist“, stellt Dr. Carsten Gerhardt, der Ideengeber des Circular Valley® klar. Daneben baut die Stiftung noch eine Datenbank über Bedarfe und Angebote von zirkulären Lösungen auf.

Die Idee zum Circular Valley® und der Stiftung wurde in Wuppertal von Anfang an begeistert und mit großer Spendenbereitschaft aufgenommen. Zuvor hatte Gerhardt sich bereits in seiner Rolle als erster Vorsitzender der Wuppertalbewegung, die unter anderem den Bau der Wuppertaler Nordbahntrasse ermöglicht hat, einiges an Vertrauen erarbeitet. Finanzielle Unterstützung erhält Circular Valley® außerdem vom Land NRW und der EU. Gerhardt weiß: „Wir haben auf eine starke Unterstützerschaft von Zivilgesellschaft und Unternehmen aus Wuppertal und dem Umkreis aufbauen können.“ Viele dieser Unternehmen tragen außerdem als Partner des Akzelerator-Programms dazu bei, die teilnehmenden Start-ups bei der Validierung und Umsetzung ihrer Geschäftsmodelle zu unterstützen. „Unsere Partner sind unsere Stärke“, ist Gerhardt überzeugt. Insbesondere auch die Partner aus der Politik. NRW Wirtschaftsminister Prof. Andreas Pinkwart ist Schirmherr von Circular Valley®, und auch Umweltministerin Ursula Heinen-Esser sowie Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann unterstützen das Circular Valley® zusammen mit Ihren Ministerien.

Startups aus aller Welt, die in dem Bereich der Kreislaufwirtschaft aktiv sind, haben zweimal im Jahr die Möglichkeit, sich für das Circular Valley®- Akzelerator-Programm zu bewerben. Nachdem ein Expertengremium die innovativsten und vielversprechendsten davon ausgewählt hat, werden diese nach Wuppertal eingeladen. Dort erhalten sie über den Zeitraum von vier Monaten die Möglichkeit, sich mit den etablierten Partnerunternehmen sowie mit den Partner-Forschungseinrichtungen zu verbinden. Sie können Kontakte knüpfen, bekommen maßgeschneidertes Mentoring und Coaching sowie die Gelegenheit, vom Knowhow der mehr als 70 Partner (sowie der anderen Startups) zu profitieren. Zudem werden Workshops angeboten. So unterstützt der Akzelerator die Startups und beschleunigt wortwörtlich den Weg zu einer zirkulären Wirtschaft. „Hier werden aus Ideen Unternehmen“, freut sich Gerhardt.

Unter den 15 jungen Unternehmen der ersten Kohorte, die vom Frühjahr bis zum Sommer 2021 in Wuppertal waren, war unter anderem Polycare, die aus recycelten Materialien Baublöcke herstellen und dafür jüngst auf dem Klimagipfel in Glasgow mit dem UN-Umweltpreis „Global Call 2021“ in der Kategorie „Kreislaufwirtschaft und industrielle Entwicklung“ ausgezeichnet wurden. Ein weiterer Alumnus des Programms, Plastic Fischer, sammelt mit Hilfe von schwimmenden Barrieren Plastik aus Flüssen, um zu verhindern, dass dieses in die Ozeane gelangt. Und Proservation stellt Verpackungsmaterialien aus pflanzlichen Abfällen der Getreideindustrie eine Alternative zu Styropor her.

Den Winter 2021-22 verbringt nun die zweite Kohorte von Startups im Circular Valley®. Diesmal gab es so viele interessante Bewerbungen, dass die Zahl der Startups von 15 auf mehr als 20 erhöht wurde – ein gutes Zeichen für die zirkuläre Wirtschaft. Und auch Carsten Gerhardt ist entschlossen und zuversichtlich angesichts der historischen Aufgabe: „Vor 200 Jahren war hier der Ursprung der Industrialisierung auf dem europäischen Kontinent. Hier wurde der Geist der linearen Wirtschaft aus der Flasche gelassen. Darum ist hier der ideale Ort, um ihn wieder einzufangen.“ Er erklärt: „Wir möchten die fünfte industrielle Revolution dort etablieren, wo auch die erste begonnen hat.“ So schließt sich ein weiterer Kreis.

Quellen:

Circular Valley®

Standort Rhein-Ruhr-Region

  • Global führende Unternehmen
  • Unternehmen der Kreislaufwirtschaft
  • Einzigartiges Wissenschaftsumfeld
  • Weltoffenheit, hohe Lebensqualität
  • Industrietradition bis heute

Akzelerator für Startups

  • Verbindung zu Unternehmen
  • Verbindung zur Wissenschaft
  • Workshops
  • Individuelle Unterstützung

Stiftung

  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Politikempfehlungen
  • Datenbank

www.circular-valley.org

Abbildungen
Abbildung 1: Carsten Gerhardt, Foto: Videmi.
Abbildung 2: Highlight und Abschlussveranstaltung des Akzelerator-Programms ist der Demo-Day, Foto: Videmi

Bildergalerie

Quelle: NMWP-Magazin

Circular Economy Accelerator GmbH

Circular Valley is based in the greater Rhine-Ruhr metropolitan area. Region with global leaders from all industries.Established and new 'Circular' companies.Leading scientific...mehr...