Moderne Geothermie für die Wärmeversorgung von morgen
©Stadtwerke Duisburg
Sicher, bezahlbar, klimafreundlich: Für die Wärmeversorgung der Zukunft setzt Nordrhein-Westfalen auf Erdwärme. Um die großen Potenziale für Geothermie systematisch zu erschließen, geht das Land in Duisburg nun den nächsten Schritt. Mit rund 7,5 Millionen Euro unterstützt das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium eine Erkundungsbohrung der Stadtwerke Duisburg.
Die Bohrung schafft eine wichtige Grundlage für die künftige Nutzung von Erdwärme im Duisburger Fernwärmenetz. Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur übergab jetzt vor Ort den Förderbescheid.
Ministerin Neubaur: „Duisburg geht voran. Die Stadtwerke investieren in klimafreundliche Wärme, die unabhängig von fossilen Energien ist und langfristig bezahlbar bleibt. Das stärkt Klimaschutz, Versorgungssicherheit und den Wirtschaftsstandort. Als Land unterstützen wir dieses Projekt, weil es zeigt, wie die Wärmewende konkret bei den Menschen ankommt – in Duisburg und darüber hinaus.“
Die Unterstützung des Landes über das Förderangebot „progres.nrw-Risikoabsicherung hydrothermale Geothermie“ trägt dazu bei, das Potenzial für Geothermie in Nordrhein-Westfalen besser nutzbar zu machen und Investitionsrisiken für Kommunen und Stadtwerke in einer frühen Projektphase zu senken. Die Förderung der Erkundungsbohrung in Duisburg ist ein weiter Baustein, um die Wärmewende in NRW sozial, wirtschaftlich und klimafreundlich zu gestalten.
Geothermie: Die Vorteile auf einen Blick
Geothermie ist ein zentraler Baustein im zukünftigen Wärmemix des Landes. Sie ergänzt andere erneuerbare Wärmequellen und spielt überall dort eine Schlüsselrolle, wo bestehende Nah- und Fernwärmenetze klimaneutral weiterentwickelt werden. Insbesondere in dicht besiedelten Städten profitieren viele Haushalte direkt über Wärmenetze von klimafreundlicher Geothermie.
Nordrhein-Westfalen verfolgt mit dem Masterplan Geothermie das Ziel, bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs im Jahr 2045 aus Erdwärme zu decken. Die Nutzung der Geothermie stärkt die regionale Wertschöpfung und schafft Planungssicherheit für Kommunen, Stadtwerke und die Wirtschaft.
Weitere Hintergründe zur Geothermie
Abhängig von der Tiefe gibt es für die Nutzung der Geothermie verschiedene Möglichkeiten. So kann die oberflächennahe Geothermie bis zu einer Tiefe von 400 Metern in Verbindung mit einer Wärmepumpe zur Versorgung von Einfamilienhäusern oder auch von Quartieren dienen – flächendeckend in ganz Nordrhein-Westfalen.
Für die Nutzung der mitteltiefen und tiefen Geothermie in Tiefen zwischen 400 und mehr als 1.500 Metern wird das sogenannte hydrothermale Verfahren angewendet, bei dem natürlich vorkommendes Tiefenwasser durch eine Förderbohrung an die Oberfläche gepumpt wird. Dort gibt das heiße Wasser seine Wärme beispielsweise an ein Wärmenetz ab. Anschließend wird das abgekühlte Wasser über eine zweite Bohrung wieder in die gleiche Tiefe zurückgeleitet und es entsteht ein Kreislauf. Ob potenziell Wasser führende Gesteine wie Kalksteine oder Sandsteine im tiefen Untergrund vorhanden sind, kann durch seismische Messungen ermittelt werden. Um festzustellen, ob in diesen Gesteinen tatsächlich natürlich vorkommendes Tiefenwasser vorhanden ist, sind Bohrungen erforderlich.
Der Flächenverbrauch und der Eingriff ins Erdreich sind in der hydrothermalen Geothermie minimal, sodass Schäden am Grundwasser oder unerwünschte Erdbewegungen äußerst unwahrscheinlich sind. Risikoreichere Fracking-Methoden schließt die Landesregierung aus.
Nordrhein-Westfalen bietet nach jetzigem Stand beste Voraussetzungen für eine breite Nutzung der Geothermie. Die Erdwärme kann damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Wärmewende leisten.