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Neue Ausgründung aus dem IOM: qCoat GmbH geht an den Start

Rolle-zu-Rolle Pilotanlage zur Funktionalisierung von Polymermembranen. Foto: IOM Leipzig

Nachhaltige und ressourcenschonende Wasserreinigung mittels Membranveredelung: das ist ein Ziel des am 08. Mai 2019 gegründeten Start-ups des Leibniz-Instituts für Oberflächenmodifizierung (IOM). Gründer der qCoat GmbH sind Frau Dr. Agnes Schulze vom IOM sowie die Geschäftsführer und ehemaligen Mitarbeiter des IOM Herr Dr. Alexander Braun und Herr Dr. Karsten Otte.

Das Gründerteam beabsichtigt polymere Membranfilter mit einer stabilen Funktionsschicht zu veredeln und so eine Lösung für die problematische Verstopfung, das sogenannte Fouling der Membranporen in Filtrationsprozessen anzubieten. Als erstes Produkt soll dazu eine hydrophilierte Polymermembran auf dem Markt zur Anwendung kommen und das Fouling-Problem bei der Wasseraufbereitung/Abwasserbehandlung adressieren. Die Vorteile solcher veredelten Membranen sind erheblich, denn die Verringerung der Membranverstopfung bedeutet einen wesentlichen Produktmehrwert, da neben der Einsparung der jährlichen Betriebskosten für die Fouling-Entfernung auch die Gesamtkosten des Filtrationssystems reduziert werden. Der Kunde profitiert somit von mehr sauberem Wasser bei geringerem Energieverbrauch.

Das Unternehmen leistet einen bedeutsamen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz bei der Mehrzahl von Flüssigphasen-Filtrationsprozessen. Aufgrund dessen ist qCoat eines der wenigen cleantech Start-ups für den Summer Batch 2019 des Climate-KIC, der größten europäischen „climate innovation initiative“, unterstützt durch das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT). Zudem nimmt qCoat als eines von 8 ausgewählten Start-ups an dem 6-monatigen HHL Accelerator Programm Spinlab teil und plant die Produktentwicklung in diesem Jahr abzuschließen.

Technologische Grundlage des Start-ups ist eine patentierte Verfahrensinnovation zur stabilen Funktio­nalisierung von Polymermembranen, welche in den letzten Jahren am IOM in der Arbeitsgruppe „Funktionale Membranen und poröse Materialien“ unter Leitung von Frau Dr. Agnes Schulze entwi­ckelt wurde. Der in einer Rolle-zu-Rolle Pilotanlage integrierte einstufige Immobilisierungsprozess ermöglicht eine umweltschonende und preiswerte Veredlung unterschiedlichster Membrantypen, die als Membranfilter vor allem für Filtrations- und Separationsverfahren in der Wasseraufbereitung/Abwasserbehandlung, der Lebensmittelindustrie und Medizin/Pharmazie eingesetzt werden. Die Entwicklungsarbeiten wurden 2018 mit dem renommierten Kurt-Schwabe-Preis der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig sowie dem IQ Innovationspreis (2. Platz im Cluster Chemie/ Kunststoffe) ausgezeichnet.

Mit der Neuausgründung setzt das IOM seine Serie an erfolgreichen Ausgründungen seit 1998 fort. Sechs Unternehmen haben sich bereits mit innovativen Ideen am Markt etabliert, zuletzt im November 2018. Die langfristige Unterstützung von sowie Kooperation mit Ausgründungen ist Teil der Transferstrategie des IOM und ein wichtiger Grundstein für die weitere Entwicklung eines Technologie-Start-ups. Das wird im Rahmen der „Leitlinien zur Unterstützung von Mitarbeiterausgründungen“ der Leibniz-Gemeinschaft auch durch das Kuratorium des IOM unterstützt.