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Im Kreislauf zu mehr Wachstum

Für Evonik als Industrieunternehmen ist Wachstum eine zentrale Größe. Doch wie kann man es vom Ressourcenverbrauch entkoppeln? Die Kreislaufwirtschaft ist ein zentraler Ansatz für Nachhaltigkeit. Aus der Transformation der linearen in eine zirkuläre Wirtschaft ergeben sich Chancen für viele Unternehmen – wenn drei zentrale Kriterien erfüllt sind.

Seit dem 29. Juli dieses Jahres lebt die Menschheit auf Pump – auf diesen Tag fiel 2021 der so genannte „Earth Overshoot Day“. Bis zu diesem Datum wurden bereits weltweit so viele Ressourcen verbraucht, wie der Planet im gesamten Jahr erneuern kann. Anders ausgedrückt: Wir leben seit Sommer von der Substanz.

Das ist weder ökologisch noch sozial oder wirtschaftlich nachhaltig. Es muss sich Grundlegendes ändern. Nur dann lassen sich die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens und des europäischen Green Deals, der Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent machen soll, erreichen.

Damit das gelingt, müssen Ressourcen länger im Kreislauf gehalten werden. Die heute weitgehend lineare Wirtschaft muss zirkulär werden – um so das Wachstum möglichst unabhängig vom Ressourceneinsatz zu machen. Das ist eine gewaltige Herausforderung, der sich Evonik mit Kraft und Entschlossenheit stellt. Zum Beispiel, indem wir Kunststoffe zirkulär machen und so dazu beitragen, dass weniger Erdöl zur Produktion neuer Kunststoffe gefördert und weniger Kunststoffabfall verbrannt wird.

Kunststoffe helfen, Energie effizient zu nutzen und Ressourcen zu schonen. Etwa im Verkehr, wo durch Leichtbau der Benzinverbrauch gesenkt wird, oder bei PU-schaumisolierten Häuserfassaden, die zu einer höheren Energieeffizienz beitragen. Aber der Umgang mit Plastik – vor allem mit Plastikmüll – muss sich ändern. Auch, weil uns auf dem bisherigen Weg ungeheure Mengen wertvoller Ressourcen verloren gehen.

Evonik ist weder ein Recyclingunternehmen noch ein Hersteller von Massenkunststoffen, wie sie zum Beispiel bei Verpackungen zum Einsatz kommen. Als eines der weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie leisten wir einen entscheidenden Beitrag für eine zirkuläre Kunststoffwirtschaft. Denn mit unseren hochspezialisierten Additiven sind wir die Enabler – die Möglichmacher – für mehr und besseres Kunststoffrecycling.

Unseren Kunden bieten wir Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Kunststoffkreislaufs. Wir engagieren uns bei unterschiedlichen Recyclingtechnologien zum mechanischen und chemischen Recycling. Evonik hat Additive im Portfolio, die etwa besonders kosteneffizientes mechanisches Recycling ermöglichen und die Qualität der Rezyklate deutlich verbessern helfen. Und die Qualität zu verbessern, bedeutet, weitere hochwertige Anwendungen zu ermöglichen. So lassen sich Farbe und Geruch von Rezyklaten aus Verpackungen reduzieren, was den Einsatzbereich deutlich erweitert. Mit unseren Additiven und Prozess-Knowhow kann das Gummi von Altreifen als Bestandteil im Straßenbau oder in Schuhsohlen eingesetzt werden, anstatt die Reifen zu verbrennen.

Diese und andere Aktivitäten für den Kunststoffkreislauf haben wir in einem globalen Programm gebündelt. Denn die zirkuläre Wirtschaft braucht nicht nur eine neue Form des Denkens und Handelns, sondern auch eine neue Form des Wirtschaftens. Partnerschaften entlang der Wertschöpfungsketten, Netzwerke, neue Geschäftsmodelle – all das rückt in der zirkulären Wirtschaft ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Drei Erfolgsgaranten sind dabei besonders relevant:

  • Vertrauen: Vertrauen bildet die Grundlage der zirkulären Wirtschaft – mehr noch als in der linearen Wirtschaft. Natürlich müssen Interessen und Geschäftsgeheimnisse gewahrt sein, doch Vertrauen ist die Basis einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die hilft, technologische oder Lieferkettenprobleme zu lösen und die Kosten niedrig zu halten.
  • Augenhöhe: Die klassische Rollenaufteilung zwischen großen und kleinen Unternehmen, zwischen etablierten Playern und Newcomern weicht auf. Erfolg kann in der Circular Economy nur haben, wer seinem Gegenüber auf Augenhöhe begegnet und respektvoll die Leistung des Partners anerkennt.
  • Jeder muss profitieren, auf angemessene Art: Auch das, was sich Unternehmen von einem geschäftlichen Engagement versprechen, verändert sich in der zirkulären Wirtschaft. Geld verdienen bleibt wichtig. Doch auch der Zugang zu den Öko-Systemen oder dem Knowhow ist ein Schatz, genauso wie der Zugang zu den Wertstoffströmen. Aber jeder der Beteiligten muss seine Interessen wahren können.

Unter diesen Voraussetzungen wird die Transformation zur zirkulären Wirtschaft zu mehr Wirtschaftswachstum führen. Als eines der weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie haben wir uns auch hier ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Bis 2030 wollen wir mit Lösungen für zirkuläre Kunststoffe mehr als € 350 Millionen zusätzlichen Umsatz erzielen.

Evonik Industries AG
Im Circular Plastics Program bündelt Evonik seine Aktivitäten global

  • Additive zur Effizienzsteigerung mechanischer Recycling Prozesse und Qualitätsverbesserung für Kunststoffabfälle und Altreifen
  • Lösungen für das chemische Recycling von ineffizient recyclebaren Kunststoffabfällen
  • Einsatz von nachhaltigen Rohstoffen bei der Produktion eigener Produkte

Partnerschaften sind ein wichtiger Hebel, um Hürden zu identifizieren und gemeinsam schneller zu besseren Ergebnissen zu kommen, Risiken zu minimieren und Kosten zu teilen.

www.evonik.de

Bildergalerie

Quelle: NMWP-Magazin

Evonik Industries AG

EVONIK - LEADING BEYOND CHEMISTRY Evonik ist ein weltweit führendes Unternehmen der Spezialchemie. Wir produzieren weder Autoreifen noch Matratzen, keine Tabletten und keine Tiernahrung. Und doch steckt in diesen Endprodukten Evonik – so...mehr...